Der 1. Coburger FuckUp Club fand im April im Hinz und Kunz statt – wie der Name schon sagt, mit Clubatmosphäre und entspanntem Sitzen auf der Tanzfläche, passend zum amüsanten Thema des Abends: Scheiter g´scheit! Mit einem Augenzwinkern berichteten unsere drei Vortragenden, wie sie auf ganz unterschiedliche Art gescheitert sind. Was alle verbindet: Sie sind sehr erfolgreiche Menschen, die aus dem Scheitern vor allem eines gelernt haben: Aufstehen, aus den Fehlern lernen und neu durchstarten.

Aus Illmenau waren Stephanie und Martin zu Gast, die vor einer Weile feststellen mussten, dass ihre Idee wohl doch nur sie so richtig gut finden und sie deshalb trotz eines aufwändigen Werbevideos bei der Finanzierung durch Crowdfunding grandios gescheitert sind. IKEA-Türen und Legosteine wollten sie verbinden – eine unschlagbare Kombi sei das, hatten sie gedacht. Am Ende konnten sich aber weder IKEA-Bastler und Lego-Nerds dafür begeistern – für Stephanie und Martin bedeutet das vor allem eines: Sie versuchen es ab jetzt mit ihrer nächsten Idee.

Einen etwas umfangreicheren Neustart hat Josua Kohberg gemacht: Nachdem er in München eine der ersten und am Ende auch erfolgreichsten Marketingagenturen im digitalen Geschäft gegründet und betrieben hat – ist ihm der Erfolg irgendwann zum Verhängnis geworden. Die Agentur wurde zu groß für ihn, die Führung von so vielen Mitarbeitern war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht sein Ding. Und während er dort Stück für Stück sehr viel Geld in den Sand setzte, fing er an sich viel mehr mit dem Themen Glück, Lernen und Erfolg zu beschäftigen und hat heute nicht nur eine sehr erfolgreiche Firma zum Sprachen lernen, sondern hält heute auch viele Vorträge zum Thema Glück.

Unser dritter Redner wird jedes Wochenende mit dem potentiellen Scheitern konfrontiert: Jan Gorr – Handball-Bundesliga-Trainer des HSC berichtete von seinem größten Scheitern bei einem sicher geglaubten Sieg und wie er es immer wieder schafft sich und seine Mannschaft zu motivieren und die Angst vor dem wöchentlichen Scheitern zu nehmen. Besonders interessant für das Publikum: Die Frage wie man mit dem ständigen Druck und der öffentlichen Kritik umgeht, die jeder Trainer über sich ergehen lassen muss.

Im Anschluss hatten alle Teilnehmer beim Networking mit Bier und Musik noch die Gelegenheit ihre Fragen an die drei Redner zu richten.

Hier geht es zu den Fotos des Abends.

Die digitale Gründerinitiative Zukunft.Coburg.Digital bietet ab Sommer am ehemaligen Schlachthof jungen Startups ein erstes Zuhause. In den Räumen der einstigen Direktorenvilla entsteht derzeit ein in Coburg einmaliger innovativer Coworking Space, der die Ansprüche von jungen Unternehmen und kreativen Köpfen an eine flexible und individuelle Arbeitswelt erfüllt.

Was sich in Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg bereits erfolgreich etabliert hat, soll auch in Coburg der neuen digitalen Arbeitskultur einen Raum geben. Im ersten Stock der Villa stellt die Digitalisierungsinitiative Zukunft.Coburg.Digital etwa 12 Arbeitsplätze bereit, die variabel genutzt werden können. Einzelne Gründer oder Startup-Teams können hier für einen Tag, eine Woche oder auch monatsweise einen Schreibtisch mieten. Der Arbeitsplatz ist dabei nicht fix zugewiesen, Nutzer suchen sich vielmehr jeweils einen freien Platz im Coworking Space aus und nutzen dabei die vorhandene Infrastruktur wie eine Hochleistungs-Internetverbindung via WLAN, den Farbdrucker und die Gemeinschaftsküche. Im Tarif enthalten ist ebenfalls eine Mineralwasser- und Kaffee-Flatrate und bei Bedarf kann von den Mietern ein Besprechungsraum reserviert werden.

Für die Nutzung gilt das Prinzip des „Clean Desk“: man setzt sich morgens an einen freien Tisch und hinterlässt diesen am Abend wieder aufgeräumt. Im abschließbaren Blechspint können wichtige Habseligkeiten zwischenzeitlich vor Ort verstaut werden.

„Wir möchten den Gründern der Region die Möglichkeit geben, in einem produktiven Umfeld ihre Ideen auszuarbeiten und ihr Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Oft fehlt in der Anfangsphase ein passender Arbeitsplatz, wir möchten für unter 100 Euro im Monat für einen Schreibtisch so etwas jetzt zu einem bezahlbaren Preis anbieten.“ beschreibt Geschäftsführer Domenique Dölz das Angebot.

Die Räume werden neben notwendiger Büroinfrastruktur auch mit weiteren Elementen zum etwas unkonventionelleren und kreativen Arbeiten ausgestattet. Sofasessel und Sitzsäcke zum Relaxen oder ein Kicker für den Feierabend und Pausen – im Coworking Space am Schlachthof soll das Arbeiten Spaß machen und ein gelebtes Miteinander gepflegt werden.

„Bei uns findet der Gründer nicht nur einen Arbeitsplatz und schnelles Internet vor, gerade der Austausch mit anderen Nutzern und die Möglichkeit, Kontakte unter Gleichgesinnten zu knüpfen, sind attraktive Mehrwerte.“ verspricht Geschäftsleiter Andreas Kücker. „Wir wollen ein Ökosystem schaffen, das Startups aktiv unterstützt und auch mit Coachingangeboten zur Seite steht. Wir werden selbst hier dauerhaft vor Ort sein und als Ansprechpartner bereitstehen.“

Momentan bereitet die WiFöG der Stadt Coburg die Räume für die kommende Vermietung vor. Der Lokalität am Schlachthof wird bewußt in der Nähe des ehemaligen Güterbahnhofs gewählt. „In unserer unmittelbaren Nachbarschaft wird im Erdgeschoss der Villa die Vernetzungsplattform „CREAPOLIS“ der „innovativen Hochschule“ Coburg entstehen. Ziel ist es, kreative, interaktive Räume zu schaffen, die Hochschulangehörige, regionale Partner und die Bevölkerung gleichermaßen nutzen können und durch die diese unterschiedlichen Personengruppen zusammengebracht werden. Hier wird auch ein Makerspace geboten, in dem beispielsweise 3D-Drucker oder Lasercutter bereitstehen, um kreativer Experimentierfreude einen Raum zu geben. Alle Nutzer der Villa werden sich gegenseitig befruchten und die Innovationskraft der Region verstärken.“ gibt sich Eric Rösner als Geschäftsführer der Initiative Zukunft.Coburg.Digital optimistisch für die weitere Entwicklung am Standort.

Infos zum Coworking Space sind online unter www.zukunftcoburgdigital.de/coworking zu finden.

 

Vor ungewöhnlicher Kulisse fand der Abend des Gründerwettbewerbs Pitch&Beer statt, zu dem die Initiative Zukunft.Coburg.Digital eingeladen hatte: sechs Startups stellten ihre neuen Geschäftsideen nicht wie üblich im Meetingraum vor, sondern trafen sich in lockerer Atmosphäre im Bayrish Pub in Coburg. Dort hatten sie auf der Bühne in der proppenvollen Kneipe genau acht Minuten Zeit, ihre Idee und ihr Businesskonzept darzulegen. Nach Ablauf der Zeit beendete dann das Musikantentrio von Mario Bamberger mit seinen Gaudibuam den Vortrag und signalisierte mit bayerischen Blasmusikklängen das Erreichen des Zeitlimits.

Anschließend beantworteten die Gründer dann die Fragen der vierköpfigen Jury mit Philipp Steinberger (Vorsitzender des Unterstützervereins Zukunft.Coburg.Digital e.V. und Geschäftsführer von Wöhner Elektrotechnische Systeme, Rödental), Mandy Mann (Innovationsmanagerin bei HUK-COBURG), Christian Schulz (Gründer-Berater bei BayStartUP, München) und Ozan Durukan (Gründer von meinwoody.de, Grub a. Forst).

Für den Abend hatten sich zahlreiche Startups mit ihren Ideen beworben, aus denen die Jury im Vorfeld sechs Finalisten ausgewählt hatte. Auf der Bühne präsentierten ihre Geschäftsidee:

  • AnyViz (Neuendorf bei Würzburg): Cloudlösung zur Status-Visualisierung und Steuerung der Produktion
  • Picabird/Personalkampagne (Ebensfeld): Digitales Personalrecruiting
  • Lightscape VR (Regensburg): Darstellung von CAD-Daten in Virtual Reality
  • InstruNEXT (Würzburg): Steuerung von Maschinen mit künstlicher Intelligenz und Datenanalyse
  • OctoPlate (Bamberg): innovative App für Kundenbestellungen in der Gastronomie
  • UEE (Coburg): Soziales Netzwerk für Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten

Der fränkische Tatortkommissar Fleischer aka Andreas Leopold Schadt führte in lässig-frecher Manier durch den Abend und sorgte zwischen den Startups mit Unterstützung der bayerischen Blasmusik von Mario Bamberger für gute Stimmung bei den Gästen. Nach der letzten Präsentation zog sich die Jury zur Besprechung zurück, um nach einem umfangreichen Kriterienkatalog die vorgestellten Geschäftsideen zu bewerten und vergab den Sieger des Abends zu ermitteln. Währenddessen hatte das Publikum die Möglichkeit, seinen Favoriten unter den sechs Startups zu wählen und per Onlinevoting abzustimmen. Hier konnten sich die drei Jungs des „Lokalmatadoren“ UEE aus Coburg (Frank Liebermann, Tim Hellwig und Valentin Eiber) durchsetzen und gewannen den mit 500 € dotierten Publikumspreis für ihre neue App, die die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten optimieren will. Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg, Siegmar Schnabel, freute sich über das Ergebnis: „Es ist toll, dass ein Startup aus der Coburger Region mit einem vielversprechenden Konzept beim Publikum so punkten konnte, ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der weiteren Umsetzung und werde die Entwicklung mit Spannung verfolgen!“

Nach intensiver Diskussion verkündete auch die Fachjury zum Ende des Abends den Sieger des Pitch & Beer 2018. Der 1. Vorsitzende von Zukunft.Coburg.Digital, Philipp Steinberger, überreichte den mit 2.500 € dotierten Siegerpreis an Andreas Hartmann für sein Projekt Lightscape VR. Mit dieser Softwarelösung werden per Drag-and-Drop CAD-Daten visualisiert und werden durch virtual reality erlebbar auf Tablets oder 3D-Brillen. „Die Lösung ist durchdacht, marktreif und bringt dem Nutzer eine enorme Kosten- und Zeitersparnis. Das hat uns überzeugt,“ lobt Jurymitglied Mandy Mann.

Auch die Geschäftsführer der Initiative Zukunft.Coburg.Digital sind zufrieden: „Wir hatten interessante Startups, die den anwesenden Unternehmensvertretern anschauliche Einsatzmöglichkeiten von digitalen Technologien präsentiert haben,“ resumiert Geschäftsführer Eric Rösner. Sein Kollege Domenique Dölz ergänzt: „Wir sind happy, dass unsere Veranstaltung eine so große Resonanz hervorruft. Alle verfügbaren Tickets waren bereits seit einer Woche vergeben, mit 150 Gästen war der Pub heute völlig ausgebucht. Das macht Lust auf eine Fortführung des Formats.“

Hier geht es zum Interview mit UEE – Gewinner des Publikumspreises.

Mit Start des neuen Semesters an der Hochschule Coburg sind auch die Studierenden des „Coburger Wegs“ in ihre zwei Projektsemester gestartet. In interdisziplinären Teams bearbeiten sie im Rahmen ihres Bachelorstudiums gemeinsam 40 Projekte, insgesamt sind zehn verschiedene Studiengänge beteiligt.

Beim Teilprojekt „Digitalisierung COnkret“ betrachten die Studierenden, wie Unternehmen in der Region Coburg die Herausforderungen der Digitalisierung meistern können. Um Kontakte zur heimischen Wirtschaft anzubahnen und praxisrelevante Projektideen aufzugreifen, stellte Dozent Marcus Hentschel den Kontakt zur Initiative Zukunft.Coburg.Digital her.

In diesem Netzwerk sind derzeit über 40 Unternehmen und Institutionen aus Coburg Stadt und Land organisiert, die die Digitalisierung im Wirtschaftsraum aktiv gestalten möchten. „„Die Vernetzung der lokalen Unternehmen mit dem Knowhow und den Talenten der Hochschule ist eine unserer wichtigsten Aufgaben,“ sagt Domenique Dölz, Geschäftsführer der Initiative.

Die Koordination zwischen Wirtschaft und Hochschule übernahm Geschäftsleiter Andreas Kücker, der zahlreiche Gespräche mit Unternehmensvertretern führte. In enger Zusammenarbeit mit dem Dozenten wurden letztlich vier Projektthemen mit HABA, SÜC, Bestsens und dem Citymanagement Coburg identifiziert. So werden sich die Studierenden mit Fragestellungen zu „Mitarbeitergewinnung und Arbeitgebermarke in digitalen Medien“, „Skill-Management im Zeichen der digitalen Transformation“ oder „Vertrieb 4.0 – wie kann ein Technologie-Unternehmen online Kunden gewinnen“ beschäftigen.

Dozent Marcus Hentschel von der Hochschule Coburg ist zufrieden: „Ich freue mich über das große Engagement von Zukunft.Coburg.Digital. Für die Hochschule und die regionale Wirtschaft ist das eine Win-Win-Situation. Einerseits haben wir durch die Zusammenarbeit sehr interessante Themen für unsere Studierenden gefunden, die relevanten Praxisnutzen liefern, und Partner in der Wirtschaft gewonnen, die uns aktiv unterstützen. Andererseits sind die Studierenden bei konkreten Praxisthemen besonders motiviert, um gute und brauchbare Ergebnisse für die Praxispartner zu liefern.“

In Abstimmung mit dem jeweiligen Firmen-Partner bearbeiten nun Teams von vier bis fünf Studierenden aus den Fachrichtungen Betriebswirtschaft, Versicherungswirtschaft, Industriewirtschaft und Soziale Arbeit diese Aufgabenstellungen. Zum Abschluss der 10-monatigen Projektarbeiten werden die operative Umsetzung und der Einsatz in der Praxis dokumentiert. Die Initiative Zukunft.Coburg.Digital begleitet diesen Prozess und steht dabei weiter als Projektpartner beratend zur Seite.

Im Foyer des Campus Design der Hochschule Coburg trafen sich zum 11. Gründer:Salon Jungunternehmer, Gründungsinteressierte, Studierende und Kreative zum lockeren Austausch. Als Gast war diesmal Andreas Roppel aus München angereist, der vor einigen Jahren an der Coburger Hochschule sein Studium abgeschlossen hatte. Bereits während seines Studiums gründete er sein erstes Startup „Raumbild“ und hat seitdem seine „Liebe zur Ideenentwicklung entdeckt“. Er berichtete über seine Erfahrungen beim Gründen und stellte sein neues Projekt „Koshka-Studio“ vor.