Vergessen, den letzten Impfschutz aufzufrischen? Für den sperrigen Motorrad-Auspuff findet sich keine Versand-Möglichkeit? Die Steuererklärung kostet viel zu viel Zeit bei der Suche nach Belegen? Das sind nur drei Probleme, die Studierende der Informatik und Unternehmensvertreter gemeinsam im Rahmen des Kurses „How to start a Startup“ mit neuen Geschäftsideen gelöst haben.

Denn der Kurs an der Hochschule Coburg diente nicht nur dazu, Studierenden aufzuzeigen, wie sie einer kreativen Idee strukturiert ein Geschäftsmodell aufbauen können, die Digitalisierungsinitiative Zukunft.Coburg.Digital öffnete diesen Kurs im Sommersemester erstmals auch für Unternehmensvertreter: „Von der Idee zum Geschäftsmodell – dieser Prozess ist auch innerhalb eines Unternehmens beim Umsetzen von Innovationsprojekten wichtig“, sagt Andreas Kücker von Zukunft.Coburg.Digital. Er führte gemeinsam mit Jochen Flohrschütz, Dozent und Innovationsmanager bei Brose, 25 Studierende und Unternehmensvertreter in sechs gemischten Teams durch die Lerneinheiten.

Basis bilden die an amerikanischen Elite-Unis wie Stanford oder Berkeley gelehrten Methoden und Vorgehensmodelle erfolgreicher Startups. Hierbei wird systematisch die Idee in engem Kontakt mit der anvisierten Kundengruppe verfeinert, bis ein tragfähiges Geschäftsmodell entsteht. Die Studierenden bereiteten dabei die Lerninhalte zuhause selbständig mit Onlinevideos vor und nutzten die Lehrstunden zum Austausch mit den Kommilitonen und zum Feilen an ihrer Idee. „Es gibt kein Patentrezept für den Erfolg einer Geschäftsidee. Aber durch die konsequente Anwendung der von uns vermittelten Methoden lernen die Teilnehmer, wie man ein digitales Geschäftsmodell entwickelt und schnellstmöglich auf den Markt bringt.“, resümiert Kursleiter Jochen Flohrschütz, der den Kurs bereits zum vierten Male anbietet.

Die Ideen der Teams behandelten ganz unterschiedliche „pain points“, also Schmerzpunkte der Zielgruppe, die sie dann mit ihrer Lösung beheben wollten. Von Mitfahrgelegenheit für sperrige Güter, digitalem Impfpass, Online Sportcoach, Belegmanagement für die Steuererklärung, Trainingsunterstützung für Laufsportler bis hin zur Kreation von Leberkäsevariationen nach Kundenwunsch reichten die Konzepte der Teilnehmer. „Für uns ist es wichtig, den

Studierenden aufzuzeigen, dass die Gründung eines eigenen Unternehmens mit einem methodischen Leitfaden für jeden eine Option sein kann. Daher haben wir als Digitales Gründerzentrum dieses Seminar gerne unterstützt“, sagt Andreas Kücker.

Die Mischung aus Studierenden und bereits im Berufsleben stehenden Mitarbeitern von regionalen Unternehmen war für beide Teile eine bereichernde Erfahrung. Einige der Teams wollen ihre Businessideen auch nach Kursende weiterverfolgen und vielleicht sogar als neues Startup die regionale Gründerszene bereichern.