Unter dem Motto „Zielgerichtet kommunizieren“ erklärte Ninette Pett von der Modellfabrik Vernetzung am Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum in Ilmenau im voll gefüllten Coworking Space von Zukunft.Coburg.Digital den rund 30 Teilnehmern, wie Strategien, Kanäle und Prozesse in der Kommunikation auf die Herausforderungen der digitalen Transformation ausgerichtet werden können.

Ihr Credo: Kleine umsetzbare Schritte experimentell antesten und bei Erfolg implementieren, statt große Pläne, deren Veränderungsprozesse eher lähmend wirken. Außerdem persönliche Kommunikation und Ansprache nutzen – an und mit Kunden und (potentiellen) Mitarbeitern.

Ganz nebenbei lernten die Teilnehmer so auch eine neue Mahlzeit kennen, die der ressourcenorientierten Planung im Mittelstand sehr nahe kommt: das Soljanka-Prinzip. Das heißt lieber erst mal mit dem „arbeiten“ bzw. kochen, was man im Kühlschrank hat, statt lange einkaufen gehen. Wer es kennenlernen will, fragt die Kommunikationsexpertin am besten selbst nach dem Rezept.

Zum Gründer:Salon #21 haben wir uns dem Thema Nachhaltigkeit beim Gründen gewidmet – gemeinsam mit den Wohltuern aus Coburg. Tobias Wüstefeldt, Gründer der Wohltuer berichtet von seiner Erfahrung mit der Gründung eines nachhaltigen e-Commerce-Unternehmens. Mit einem Startkapital von 12.500 Euro und einem Co-Gründer ist er gestartet, um über das Internet nachhaltige und gesunde Lebensmittel zu vertreiben. Dass die Wohltuer heute so hohe Umsätze machen hat er vor allem einem zu verdanken, sagt er: Dass sie rechtzeitig auf den Zug der Superfoods und gesunden Lebensmittel aufgesprungen sind. Heute wäre es nicht mehr so einfach, sich an diesem Markt zu profilieren.

Um den Erfolg zu halten, erfordert es neben dem Entdecken von immer neuen Produkten auch das richtige Storytelling und die richtige Kundenansprache bzw. Kundenservice. Vor allem beim Thema Nachhaltigkeit ist es wichtig den Kunden mitzunehmen und persönlich abzuholen. Viele sind dann z. B. auch bei Fehllieferungen bereit auf Retouren oder ähnliches zu verzichten. Nachhaltigkeit ist für Wohltuer nicht nur bei den Produkten ein wichtiges Thema, auch bei Herstellung, Versand und Verpackung. Auf Produkte aus Übersee und damit den Transport zu verzichten ist manchmal wirtschaftlich aber dennoch nicht möglich, wenn die Nachfrage groß ist. Doch es gibt die Möglichkeit durch Partner und Zertifikate auf eine nachhaltige und ökologische Anbauart vor Ort zu achten und den Kunden durch ein Angebot von lokalen, ähnlichen Produkten vielleicht von diesen zu überzeugen.

Bevor die angeregte Diskussion in der großen Runde in ausführlichen Gesprächen in kleiner Runde weiterging, nutzte Tobias Beuschel noch die Chance seine Jahreskampagne von picabird vorzustellen zum Thema Food und Kochen vorzustellen und mit anderen Gründern und den Wohltuern darüber ins Gespräch zu kommen.

Ziemlich auf den Tag genau drei Jahre nachdem der Gründer:Salon als Treffpunkt für Startups und Entrepreneure der Region im Jahre 2016 aus der Taufe gehoben wurde, lud Zukunft.Coburg.Digital zum 20. Netzwerktreffen in die Villa am alten Schlachthof.

Als Gast kam der Coburger Gründer Cengiz Kurt in den Coworking Space, der sehr persönliche Einblicke in seine Startup-Geschichte gab. Nach einer Onlineagentur in Coburg entwickelte er in Berlin mit „Clipkit“ einen der größten deutschen Videotechnologie-Anbieter mit über 60 Mitarbeitern und Beteiligung der Telekomtochter T-Venture. Nach seiner Tätigkeit im Management beim Nachfolger zoomin.tv kehrte er 2019 nach Coburg zurück und stellt sein Online-Knowhow aktuell in seiner Beratungsagentur DevCont den Kunden zur Verfügung.

Ausführlich und durchaus selbstkritisch berichtete Kurt über Erfolge und auch mißglückte Aktionen. Für die anwesenden Gründer und Startups hatte er eine ganze Reihe von Ratschlägen parat und gab ihnen auch für Verhandlungen mit Investoren einige hilfreiche Hinweise.

Am Ende gab er den „Rookies“ drei Tipps mit auf ihren Weg als Entrepreneure:

  • Ein Gründungsteam aus mindestens zwei Personen ist immer stärker als ein Einzelner und bringt Vorteile in vielen Situationen.
  • Versucht so lange wie möglich, selbstfinanziert zu agieren und holt euch nicht zu früh eine Investorenfinanzierung ins Unternehmen.
  • Baut zuerst einen MVP und gewinnt den ersten Kunden, bevor ihr euer Unternehmen gründet.

Mit frisch gebratenen Coburger Bratwürsten und einem kühlen Bier gingen die angeregten Gespräche dann im Hof weiter und bei Stockbrot am Lagerfeuer tauschten sich die Gründer intensiv untereinander aus.

Staatliche EXIST-Förderung finanziert die drei Gründer mit über 100.000 Euro für ein Jahr / movaco entwickelt sich im Coworking Space von Zukunft.Coburg.Digital weiter

Mit nicht viel mehr als einer Idee, einem innovativen Video und viel Überzeugungskraft traten die drei Coburger Studenten Valentin Eiber, Tim Hellwig und Franz Liebermann vor einem Jahr beim Ideenwettbewerb Pitch & Beer gegen gestandene Gründerteams an und gewannen auf Anhieb den Publikumspreis.

Mittlerweile haben sie ihre Software und App movaco im Coworking Space am Schlachthof mit Unterstützung durch das regionale Netzwerk des Digitalen Gründerzentrums Zukunft.Coburg.Digital und des Coachingangebots des Partners BayStartUP weiterentwickelt und bewarben sich gefördert von der Hochschule Coburg erfolgreich um ein EXIST-Gründerstipendium und erhalten ihre erste große finanzielle Förderung von über 100.000 Euro für ein Jahr.

„Durch das Stipendium können wir uns nun in Vollzeit unserem Startup movaco widmen und die Entwicklung unseres ersten Produktes vorantreiben. Bald können dann auch andere unsere vernetzte Mobilität erfahren“, sagt Valentin Eiber, Mitgründer von movaco.

Die intelligente Software des Teams movaco erleichtert Pendlern den alltäglichen Weg zum Arbeitsplatz durch die Organisation von Fahrgemeinschaften. Auch Unternehmen profitieren von der Plattform, da sie damit Kosten sparen und sich als Arbeitgeber attraktiv und zukunftsfähig präsentieren. Durch die Zusammenführung von Umweltschutz und Nachhaltigkeit, sozialer Verantwortung und digitaler Innovation unterstützt movaco Firmenkunden und deren Mitarbeiter.

Coworking Space bietet Gründern von movaco berufliche Heimat und Netzwerk

Ihren Arbeitsplatz behalten die Gründer auch weiterhin im Coworking Space von Zukunft.Coburg.Digital in der Villa am Schlachthof. „Die Atmosphäre im Coworking Space stellt die optimalen Bedingungen für die Umsetzung Innovativer Ideen dar. Wir freuen uns immer über neue Gesichter und interessante Gespräche“, sagt Franz Liebermann, Mitgründer von movaco.

Zukunft.Coburg.Digital unterstützt Gründer in der Region durch einen Coworking Space, der ihnen eine berufliche Heimat und einen Ort zum kreativen Austausch mit gelebter Feedbackkultur bietet. Außerdem hilft die Initiative dabei, Kontakte zu Unternehmern in der Region zu knüpfen und sich zum Beispiel bei Formaten wie Pitch & Beer in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Darüber hinaus erhalten sie fachlichen Input zum Thema Gründung – zum Beispiel bei Veranstaltungen wie dem Gründer:Salon. Gemeinsam mit den Beratern von BayStartUP begleitet Zukunft.Coburg.Digital Gründer und Startups auf ihrem Weg zum erfolgreichen Unternehmen.

„Wir freuen uns, dass die Gründerförderung in Coburg Früchte trägt und hoffen, dass der Erfolg von movaco auch weitere Gründer in Coburg motiviert, weiterhin ihre Ideen zu verfolgen“, sagt Eric Rösner, Geschäftsführer von Zukunft.Coburg.Digital.

Valentin Eiber, Tim Hellwig und Franz Liebermann sind seit drei Jahren die ersten Gründer in Coburg, die das Exist-Stipendium erhalten. Das Programm unterstützt Studierende, Hochschulabsolventen und Wissenschaftler ihre innovativen, technologieorientierten Gründungsideen zu realisieren, sofern sie über signifikanten Alleinstellungsmerkmale und gute wirtschaftliche Erfolgsaussichten haben.

Mehr Infos: www.movaco.de / Facebook: movaco_official