Förderverein „Zukunft.Coburg.Digital e.V.“ unterstützt digitale Unternehmensgründungen im Wirtschaftsraum Coburg

Mit einer starken Beteiligung von 27 Vertretern aus Unternehmen, der Industrie- und Handelskammer zu Coburg, der Hochschule Coburg sowie der Stadt und dem Landkreis Coburg wurde am 22. Mai der Verein Zukunft.Coburg.Digital e.V. gegründet.

Der Verein unterstützt die bereits im April gegründete gleichnamige GmbH – gemeinsam sollen beide Organisationen die Coburger Wirtschaft zu Themen der Digitalisierung begleiten und für die Anforderungen der Zukunft rüsten.

Als Vorsitzender des Fördervereins wurde im Bildungszentrum der IHK Coburg Philipp Steinberger, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung der Rödentaler Firma Wöhner GmbH & Co. KG Elektrotechnische Systeme, gewählt. „Der größte Fehler, den man in der digitalen Welt machen kann, ist sich abzuschotten“, sagte Steinberger nach seiner Wahl. Die Digitalisierung werde Geschäftsmodelle verändern, mahnte IHK-Präsident Friedrich Herdan. Dies eröffne den Unternehmen neue Geschäftsfelder, während gleichzeitig aber bestehende Geschäftsmodelle angepasst werden müssen.

Die Erschließung von digitalem Know-how und Wissen, um Aufgabenstellungen verschiedener Unternehmensbereiche, wie z.B. Produktion, Vertrieb, Marketing oder E-Commerce bewältigen zu können, die Überprüfung des eigenen Geschäftsmodells bis hin zu dessen Umbau, das Aufspüren neuer Geschäftsfelder, die Identifizierung und gezielte Förderung innovativer Startups in der Region, die Anbahnung von Aufträgen und die Weiterbildung von Mitarbeitern für die Anforderungen der digitalisierten Arbeitswelt nannte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Siegmar Schnabel als wichtigste Aufgaben des Vereins.

Gründung des Fördervereins Zukunft.Coburg.Digital e.V.

Mit der Initiative „Zukunft.Coburg.Digital“ hat sich ein Netzwerk entwickelt, das die Zukunft.Coburg.Digital GmbH operativ managen wird und Projekte in enger Verzahnung mit der Unternehmerschaft umsetzt. Dank der finanziellen Zusagen der Coburger Unternehmerschaft aus dem neu gegründeten Förderverein, der Förderung des Freistaates Bayern sowie der Unterstützung von Stadt und Landkreis Coburg stehen der Initiative „Zukunft.Coburg.Digital“ ca. 360.000 € pro Jahr zur Verfügung.

Über die Konsortialpartnerschaft mit dem Digitalen Gründerzentrum Bamberg ist eine überregionale Vernetzung mit den weiteren acht bayerischen Gründerzentren an 19 Standorten sichergestellt.

Die Vereinsführung des neuen Vereins „Zukunft.Coburg.Digital e.V.“ besteht aus:

Vorsitzender: Philipp Steinberger (Geschäftsführer der Wöhner GmbH & Co. KG in Rödental)

Stellvertretender Vorsitzender: Siegmar Schnabel (Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Coburg)

Schatzmeister: Jan Happich (co-tax Wirtschafts- & Steuerberatungsgesellschaft)

Schriftführer: Wilhelm Austen (Geschäftsführer der Städtischen Werke-Überlandwerke-Coburg (SÜC) und Vorstand des Coburger Entsorgungs- und Baubetriebs (CEB))

Beisitzer: Michael Bubmann (Leiter Informationstechnologie Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, Coburg), Roland Wimmer (Geschäftsleiter IT/Orga bei der Bad Rodacher Habermaaß GmbH), Stephan Horn (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Coburg), und Martin Schmitz (Wirtschaftsförderer des Landkreises Coburg).

Drei Tage vor Fristablauf haben am Mittwoch, 11. Mai, die Leiter der Wirtschaftsförderungen von Stadt und Landkreis, Stephan Horn und Martin Schmitz, in Begleitung des heimischen Landtagsabgeordneten Jürgen W. Heike die Coburger Bewerbungsunterlagen zum „Digitalen Gründerzentrum Bayern“ für den Wirtschaftsraum Coburg im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie in München abgegeben. Einhellige Meinung dabei aus Coburger Sicht: es ist in enger Zusammenarbeit mit der IHK zu Coburg und Unterstützung aus der Hochschule Coburg eine authentische und sehr gute Bewerbung für die Region entstanden!

Oberbürgermeister Norbert Tessmer zeigte sich im Vorfeld des Abgabetermins entsprechend begeistert über die vor Ort entfachte Euphorie: „In der engen und ausgezeichneten Kooperation mit unseren Partnern können wir Coburger durchaus selbstbewusst in diesen Wettbewerb um bayerische Fördermittel gehen. Dabei wird unser Band der Wissenschaft am ehemaligen Güterbahnhofsgelände mit einem Digitalen Gründerzentrum, das in die Region ausstrahlt, weiter Fahrt aufnehmen.“, so der Oberbürgermeister.

Viele Vertreter von Institutionen wie der Kreishandwerkerschaft Coburg oder der Hochschule Coburg waren in Workshops und Gesprächen stets präsent. Auch die Unterstützung der benachbarten Landkreise, Städte und Gemeinden aus der Region war enorm. Dank geht vor allem auch an den IHK-Präsidenten Friedrich Herdan, an den Hauptgeschäftsführer Siegmar Schnabel und deren Mitarbeiter in der IHK zu Coburg. Sie und die rund 40 Unternehmensvertreter aus Stadt und Landkreis Coburg haben sich aktiv mit ihrem Wissen eingebracht und somit maßgeblichen Beitrag für die Bewerbungsunterlagen geleistet.

„Im Coburger Land wird an einem Strang gezogen. Das zeichnet unser Konzept besonders aus, weil es eine Strategie von Unternehmern für Existenzgründer und Jungunternehmer ist.“ Landrat Michael Busch bringt damit auf den Punkt, dass die Mitwirkenden der Coburger Bewerbung, allen voran die Coburger Wirtschaft, nicht nur interessiert, sondern Willens sind, die Herausforderungen der Digitalisierung aktiv anzugehen.

Nun gilt es den weiteren Entscheidungsprozess im Bayerischen Wirtschaftsministerium gespannt zu verfolgen und die daraus resultierenden Ergebnisse zu erwarten.

Hintergrund:
In jedem Regierungsbezirk entsteht mindestens eine hochwertige Infrastruktur für Existenzgründer im Bereich Digitalisierung. Es können hierzu bestehende Gründerzentren ertüchtigt werden, d. h. vorhandene Räume um- oder ausgebaut und entsprechend ausgestattet werden, oder eine neue Einrichtung entstehen, z. B. durch die Errichtung neuer Gebäude oder die Anmietung erforderlicher Flächen.

Laufende Betriebskosten des Gründerzentrums müssen aus den Einnahmen finanziert werden und sind insofern nicht förderfähig. Die Höhe der Förderung für die unternehmerischen Netzwerkaktivitäten beträgt bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Kosten über den Bewilligungszeitraum hinweg, insgesamt aber maximal 250.000 Euro pro Jahr und für maximal fünf Jahre. Die Kofinanzierung darf nicht aus weiteren öffentlichen Mitteln erfolgen, hier ist die Initiative der Region, der Unternehmen gefragt.

Ziel ist es, Bayern als treibende Kraft der Digitalisierung in Deutschland zu etablieren. Die Entwicklung neuer innovativer Ideen bildet den Grundstein der künftigen bayerischen Unternehmenslandschaft. Um das Potenzial zu heben, ist die Unterstützung von Existenzgründern von zentraler Bedeutung. Der Freistaat wird das Ökosystem für Existenzgründer im Rahmen der Initiative „Gründerland.Bayern“ weiter verbessern.

Aus Oberfranken bewerben sich neben dem Coburger Land mit Bamberg, Hof, Kronach und Bayreuth weitere Regionen um die Fördermittel. Trotz Wettbewerb standen Stadt und Landkreis Coburg immer im konstruktiven Austausch mit den anderen Bewerbern aus Oberfranken. Der Regierungsbezirk wird durch seine Beiträge aus seinen verschiedenen Teilräumen wieder eine starke Visitenkarte als Wirtschaftsstandort in Bayern abgeben.